Eine kunterbunte Menge, vereint in Gebet und Dank

Jeder hatte seinen ganz persönlichen Grund, um bei der Seligsprechung von Bischof Alvaro mit dabei zu sein. Auch die Jugendlichen aus Österreich.

Seliger Bischof Alvaro del Portillo
Opus Dei - Eine kunterbunte Menge, vereint in Gebet und Dank

Die Seligsprechung von Bischof Alvaro del Portillo (1914 – 1994), des ersten Nachfolgers des heiligen Josefmaria Escrivá (1902–1975) an der Spitze des Opus Dei, war ein Fest der Weltkirche: Mehr als 200.000 Pilger aus 80 Ländern hatten sich am 27. September am Gelände in Madrid-Valdebebas eingefunden.

Auch 300 Pilger aus Österreich, darunter viele Jugendliche und Familien, waren gekommen. Viele Pilger hatten eine lange, anstrengende Reise hinter sich. Doch ob aus dem Libanon, aus Kongo oder Österreich: Jeder und jede in dieser kunterbunten Menge hatte einen sehr persönlichen Grund, um bei der Seligsprechung mit dabei zu sein.

Junge Ehepaare und Familien kommen aus Dank

Moritz ist 28 Jahre alt. Er und seine Frau Katharina stammen aus Österreich. Das frisch verheiratete Paar lebt derzeit in Barcelona. „Wir haben hier richtiges Weltjugendtag-Feeling", freuen sich die beiden angesichts der vielen jungen Pilger. Als kleiner Bub ist Moritz am Schoß von Bischof Alvaro gesessen. Daran zu denken, rührt ihn, auch wenn er sich nicht an viel erinnern kann: „Meine Großeltern haben damals in Rom gelebt, deswegen waren wir öfters dort und wurden auch von Don Alvaro empfangen." Jetzt ist der neue Selige für sie ein wichtiger Fürsprecher für ihr junges Eheleben - und für einen guten beruflichen Start in der Katalonischen Metropole.

Für George, 44 Jahre, und seine Frau Sophie aus Beirut, der Hauptstadt des Libanon, war es keine Frage, dass sie mit ihren Kindern zur Seligsprechung kommen würden. Warum? „Meine Frau und ich konnten lange keine Kinder bekommen. Da haben wir uns der Fürsprache Don Alvaros anvertraut – und jetzt haben wir neun!“, erzählt der Unternehmensberater strahlend. Er gehört dem maronitischen Ritus an, seine Frau, die Französin ist, dem römischen. „Unser Ältester heißt deshalb Alvaro – und der Jüngste heißt ‚Rock' – Saxum.“

Ich bete zu ihm, ich habe viele Anliegen!“

Eine Gruppe von Schülerinnen des Wiener Jugendclub Stubentor ist auch in der Pilgermenge. Einige haben extra ihre Landestracht, das „Dirndl“, zur Feier mitgebracht, die sich stimmig mit den farbprächtigen Trachten der Nigerianerinnen vereinen. Für die 17-jährige Gloria aus Wien ist die Seligsprechung ein wunderbares Erlebnis von Weltkirche: „Wenn man denkt, dass ein Mann bewirkt hat, dass wir hier alle eins sind… so etwas können nur die Heiligen“, ist die Maturantin überzeugt. Teresa, Schülerin aus Krems an der Donau, bestätigt das: „Es ist unglaublich, wie viele Menschen hier sind, die ihn persönlich ja nicht mehr kennenlernen konnten, aber sich bei Gott für ihn bedanken wollen. Ich bete auch zu ihm, ich habe viele Anliegen!“

Franziska aus Wien macht derzeit ein Freiwilligenjahr in Madrid: „Wenn ich hier so viele Menschen sehe, stärkt das meinen Glauben. Das gibt mir viel Kraft“, sagt die 18-Jährige. Bischof Alvaro ist ihr ein Vorbild in der Liebe zum Nächsten, weil er „durch seine Werke gezeigt hat, dass er ein Freund Gottes ist, nicht nur durch seine Worte.“

Der selige Alvaro hatte ein schwieriges technisches Studium – er war Ingenieur – sehr gut gemeistert. Für Magdalena, 24, die an der Technischen Universität Wien studiert, ist er deshalb ein spezieller Fürsprecher: „Ich habe immer beim Lernen ein Gebetsbildchen von Don Alvaro dabei und bitte ihn um Hilfe, besonders wenn mir ein Fach schwerfällt.“ Durch sein Leben im Hintergrund, so verborgen, demütig und zugleich so wirksam, sei „die Botschaft der Heiligkeit im Alltag klar rübergekommen“, so die angehende Informatikerin: „Er hat es geschafft!“

Er ist mein Fürsprecher für die Armen im Kongo“

Eine weite Reise hat Innocent Kabeya-N'Kweto hinter sich. Er trägt ein für diesen Anlass typisches, buntes, mit Heiligen geschmücktes Hemd. Der Ökonom und Vater von 10 Kindern ist aus der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa gekommen. „Ich hatte das Glück Don Alvaro 1989 persönlich kennenzulernen, als er unser Land besuchte“, sagt Innocent. Aus dem Kongo sind 350 Pilger gekommen, Innocent wurde von seiner Familie als Repräsentant geschickt. Sein Herz brennt für die Armen. Deshalb hat der Manager eine NGO gegründet, die sich um die Bildungsangebote für Menschen in den ländlichen Gebieten kümmert. „Wir helfen den Bauern und zeigen, welche Gemüsesorten sie gut anbauen und wie sie sie verkaufen können. Das nächste Projekt ist eine Höhere Technische Lehranstalt, wo wir in Informatik, Elektrotechnik, Ingenieurwesen ausbilden“, erzählt Innocent. Die NGO, die schon in 23 Dörfern tätig ist und 730 Mitglieder hat, bringt er neben Beruf und Familie – er ist schon dreifacher Großvater - voran. „Wir beten zu Don Alvaro und zum heiligen Josefmaria, dass sie uns dabei helfen. Ich bin sicher, dass wir mit ihrer Fürsprache rechnen können!"