St. Peter/Wien

1970 übertrug Kardinal Franz König die Wiener Peterskirche Priestern des Opus Dei. Ein Kurzinterview mit Rektor Christian Spalek.

1970 übernahmen Priester des Opus Dei die seelsorgliche Arbeit der Peterskirche. Wie kam es dazu? Es war die Gunst der Stunde Prälat. Torelló, der damalige Regionalvikar des Opus Dei, war auf der Suche nach einem pastoralen Einsatz, wie ihn eine Kirche bietet. In den entsprechenden Gesprächen mit Kardinal König, der seinerseits den diözesanen Bedarf im Auge hatte, kam man schließlich hinsichtlich der Peterskirche überein.

Was hat sich seit damals geändert? Geändert hat sich das pastorale Umfeld, die Peterskirche ist keine Pfarre mehr. Die Zahl der Einwohner und damit der Gläubigen hatte sich in der Wiener Innenstadt im Laufe der Jahre verringert. Darauf hat Kardinal König sehr früh, schon Anfang der 1970er Jahre, reagiert und eine Neuordnung im Dekanat Wien Innenstadt veranlasst. Seit damals sind wir eine Rektoratskirche, die ihr Angebot auf die Bedürfnisse der Citybesucher und CityBeschäftigten "zuschneiden" kann.

Gibt es Schwerpunkte, die die Priester des Opus Dei in ihrer seelsorglichen Arbeit setzen? Wir unterstreichen hier eine der Kernaussagen des Zweiten Vatikanums: Die allgemeine Berufung zur Heiligkeit, der spezifische Akzent liegt auf der Heiligung der beruflichen Arbeit. Damit soll ein nachhaltiger Impuls gesetzt werden, dass christliches Leben im Alltag gelingen kann. Das ist es ja auch, was den Geist und die Arbeit des Opus Dei ausmacht.

Wie sieht es in den anderen Bereichen der Pastoral aus? Im sakramentalen Bereich geht es uns um eine würdige Liturgie, in deren Zentrum die Eucharistiefeier steht. Hier wird seit Jahrzehnten, besonders durch den Chor von St. Peter, viel für die kirchenmusikalische Gestaltung geleistet. Die Kirchenmusik kommt auch mehr und mehr bei Andachten zum Tragen, die vornehmlich von Touristen besucht werden. Ein anderes großes Anliegen ist uns das konstante Beichtangebot. Unsere Priester hören wochentags von 10.00 bis 13.00 und von 16.00 bis 18.00 Uhr Beichte. Wenn die Menschen wissen, dass sie einen Priester im Beichtstuhl vorfinden, dann kommen sie auch! Die Peterskirche hat sich schon den Ruf einer Beichtkirche erworben.

Welche Akzente haben Ihre beiden Vorgänger gesetzt? Prälat Johannes B. Torelló hat in der Krypta ein Zentrum der geistlichen Einkehr geschaffen, Altrektor Werner Litzka hat die Restaurierung der Peterskirche angepackt und zu Ende geführt. Ich bin beiden sehr dankbar für ihren großen Einsatz, auf dem wir weiterbauen können.

Man hört, dass in St. Peter viel in Richtung City- und Tourismuspastoral geschieht. Was ist Ihr Hauptanliegen? St. Peter ist eine Kirche im Herzen der Stadt. Da ist es wichtig, dass eine Kirche offen ist, solange wie möglich. Diese schöne Barock-Kirche kann viel zur Ehre Gottes und zur Erbauung der Menschen beitragen. Die Rund-um-die-Uhr-Gelegenheit zur Beichte, dem Sakrament der Versöhnung, werden wir ganz sicher beibehalten. Und in naher Zukunft werden wir in dieser Kirche, die am Arbeitsplatz so vieler Menschen liegt, Glaubenskurse für Berufstätige in der Mittagspause anbieten.

Danke für das Gespräch.