Das Opus Dei in Österreich

Die Arbeit des Opus Dei in Österreich begann im Jahr 1957. Im Jahr 1955 kam der Gründer des Opus Dei zum ersten Mal nach Wien. Er wollte Möglichkeiten für einen Beginn der Arbeit des Opus Dei in Österreich erkunden und dafür beten. Heute ist das Opus Dei in ganz Österreich verbreitet.

Opus Dei in Österreich
Opus Dei - Das Opus Dei in Österreich

Die Geschichte: Österreich als Tor zum Osten

Es ist Mai 1955 – eine Woche vor dem Staatsvertrag – und Österreich ist immer noch besetzt. Die Begegnung mit russischen Soldaten an der Zonengrenze Ennsbrücke lässt den Gründer des Opus Dei an die verfolgte Kirche in den kommunistischen Ländern denken. Zum Jahresende reist der hl. Josefmaria Escrivá nochmals nach Wien. Am 4. Dezember 1955 betet er im Stephansdom vor dem Gnadenbild Maria Pötsch. Dabei wendet er sich erstmals mit dem Stoßgebet „Sancta Maria, Stella Orientis, filios tuos adiuva!“ – Heilige Maria, Stern des Ostens, hilf deinen Kindern! – an die Gottesmutter. Er vertraut ihr die Arbeit des Opus Dei in Österreich und von Österreich aus an. Österreich ist für ihn das Tor zum Osten, auch wenn der Weg in die Länder jenseits des Eisernen Vorhangs versperrt ist.

Ankunft der ersten Mitglieder

Am 22. Mai 1957 treffen zwei junge Priester des Opus Dei in Wien ein, um die apostolische Arbeit in Österreich zu beginnen: Joaquín Francés (1932-2003) und Remigio Abad (1928-1995). Beide haben in Spanien ein Zivilstudium abgeschlossen (Medizin bzw. Wirtschaft), in Rom Theologie studiert und 1956 die Priesterweihe empfangen. Bekannte helfen ihnen, eine erste Unterkunft zu finden.

Kardinal Franz König verfolgt den Beginn des Opus Dei in Österreich mit Interesse und Wohlwollen. Im Oktober bestellt er Joaquín Francés zum Hochschulseelsorger. Im Oktober 1957 beziehen sie eine Wohnung in der Favoritenstraße 24. Im ersten Opus Dei-Zentrum in Wien entwickelt sich bald eine lebendige Bildungsarbeit für Studenten. 1958 treffen die ersten Laienmitglieder ein: die beiden katalanischen Juristen Ricardo Estarriol und Xavier Sellés. Estarriol übernimmt bald eine Stelle als Auslandskorrespondent, Sellés arbeitet im diplomatischen Dienst.

Am 2. April 1960 kommen die ersten drei jungen Frauen nach Wien: Käthe Retz, Diplom-Psychologin aus Bonn, Josefina Elejalde, Bürokauffrau aus Bilbao, und Marga Schrammel, Kindergärtnerin aus Konstanz. Im Außenbezirk Währing wurde ein Haus gefunden, das den Frauen als Zentrum und Studentinnenheim und Ausbildungsstätte für Lehrlinge dienen kann: Im Herbst nimmt das Studentinnenheim seinen Betrieb auf. Die Hauskapelle ist der Muttergottes gewidmet. Im Juli 1963 besucht Escrivá das Haus.

Die Entwicklung des Opus Dei in Österreich

Von da an wuchs die seelsorgliche Arbeit des Opus Dei beständig. Zahlreiche Menschen ließen sich durch die Botschaft des Heiligen inspirieren (vgl. 50 Jahre Opus Dei in Österreich 1957-2007).

Nach den ersten Jahren in Wien wurden Zentren in Graz (1968), Salzburg (1983), Dreistetten (Tagungshaus Hohewand, 1984) sowie Innsbruck (1987), Dornbirn und Linz (1999) errichtet. Ab 1989 nahm das Opus Dei von Wien aus auch die Arbeit in den Nachbarländern auf. Bald wurden Zentren in Prag und Budapest errichtet, später auch in Bratislava und Brünn sowie in Bukarest. Inzwischen ist die Arbeit in Tschechien und der Slowakei selbständig geworden. Derzeit untersteht dem Regionalvikar für Österreich auch die pastorale Arbeit des Werkes in Ungarn und Rumänien.

Die erste Initiative im akademischen Bereich war das Studentinnenheim Währing, das seit 1960 in Wien-Währing geführt wird. Den Studentinnen steht ein Bildungsprogramm offen, das junge Menschen dazu motiviert, ihre Studienzeit als Vorbereitung auf einen verantwortungsvollen Dienst an der Gesellschaft zu entdecken. Es umfasst Aspekte der beruflichen Kompetenz und Persönlichkeitsentwicklung, soziales Engagement, fördert kulturelle Offenheit sowie Vertiefungsangebote im katholischen Glauben. Das Heim steht Studentinnen ohne Unterschied von Herkunft, Religion und Weltanschauung offen. In ähnlicher Weise werden auch das Studentenhaus Birkbrunn in Wien-Döbling, das Studentenheim Kroisegg und das Studentinnenheim Geidorf in Graz sowie das Studentenheim Sillgraben in Innsbruck geführt.
1970 übertrug der damalige Erzbischof von Wien, Kardinal Franz König, den Priestern des Opus Dei die seelsorgliche Betreuung der Wiener Peterskirche. Die Verkündigung der allgemeinen Berufung zur Heiligkeit – eine der zentralen Botschaften des Zweiten Vatikanischen Konzils –, prägt die seelsorgliche Arbeit der Rektoratskirche. Dank ihrer zentralen Lage in der Wiener Innenstadt ist die Peterskirche ein geistlicher Brennpunkt der Citypastorale geworden, Priester stehen hier mehrere Stunden täglich für die Beichte zur Verfügung (vgl. Homilie von Weihbischof Helmut Krätzl am 28.6.2014 in der Peterskirche http://www.peterskirche.at/st-peter/).

In vielen Zentren des Opus Dei richten sich die Bildungsangebote an alle Altersstufen: an Frauen und Männer, Jugendliche, an Eltern und Großeltern. So bieten das Bildungszentrum Juvavum und das Kulturzentrum Hallsteg in Salzburg, sowie das Bildungszentrum Angerfeld in Innsbruck sowohl Jugend- als auch Erwachsenenbildung an. Vorträge, kulturelle Aktivitäten, Einkehrstunden, Weiterbildung in Glaubensthemen eröffnen den Interessierten christliche Perspektiven des gewöhnlichen Alltags. Auch in Linz und Dornbirn finden regelmäßige Einkehrabende und Vorträge statt.

In Wien widmen sich der Jugendclub Stubentor (für Mädchen) und der Jugendclub Delphin (für Burschen) ausschließlich der Arbeit mit Jugendlichen: Sie entdecken so die wertvolle Verbindung zwischen Schule, Freizeit und Glauben. Alle Jugendclubs leben von der Initiative und Mitarbeit der Eltern.

Das Tagungshaus Hohewand in Dreistetten bietet seit 1984 Kurse vielfältiger Weiterbildung und geistliche Besinnungstage an. Gerade die Zeiten der Stille und der persönlichen Standortbestimmung kommen in einer bewegten und kurzlebigen Welt einem weitverbreiteten Bedürfnis nach.

Im Bereich Gastronomie sind sowohl das bbz-Währing als auch das Bildungszentrum Hohewand anerkannte Ausbildungsstätten für Lehrlinge. Mit der LehrePlus verfügen sie über ein attraktives und zukunftsweisendes Ausbildungsangebot für junge Frauen.

Heute gehören dem Opus Dei in Österreich rund 400 Mitglieder an, darunter 20 Priester. Die Regionalleitung hat ihren Sitz in Wien.

Weitere Auskünfte erhalten Sie über den Informationsdienst des Opus Dei.

Email: info.at@opusdei.org